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Das Freiwillige Soziale Jahr – ein Jahr, das stark macht!

Im Interview verrät Francisca Müller, was sie bei ihrem FSJ gelernt hat und warum es sich lohnt, niemals aufzugeben.

Das Telefon klingelt. Einmal, zweimal, dreimal – es dauert eine Weile bis der Hörer in der Kindertagesstätte „Stromboli“ der Reha-Südwest Ostwürttemberg-Hohenlohe gGmbH abgehoben wird. Als es endlich soweit ist, kann Francisca Müller gerade nicht ans Telefon. Sie macht den Morgenkreis, um mit den Kindern gemeinsam in den Tag zu starten. „Ich bin hier voll eingebunden,“ meint Francisca später als sie sich doch ein kleines Zeitfenster für ein Interview freischaufeln kann. Die 20-Jährige hat sich nach ihrer Fachhochschulreife an der St. Gertrudis in Ellwangen für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der inklusiven Kindertagesstätte „Stromboli“ in Wört entschieden. Kinder mit und ohne Behinderung erfahren hier ein breites vorschulisches Angebot und ein gemeinsames Miteinander. Zusammen spielen, lernen und lachen – die Kinder bereichern sich so gegenseitig in ihren Erfahrungsmöglichkeiten und Entwicklungschancen.

„Wenn es heute zu Hause mal Streit gibt mit den Schwestern bleibe ich viel ruhiger, als vor dem FSJ,“ sagt Franci und zeigt, dass ein FSJ nicht nur neue Aufgaben mit sich bringt, sondern auch ein großes Entwicklungspotenzial.

Was haben deine Eltern und Freunde dazu gesagt, dass du nach dem Abschluss ein Freiwilliges Soziales Jahr machen möchtest?
Franci: „Alle standen voll hinter mir. Sie fanden es eine gute Idee, um vor allem neue Erfahrungen zu sammeln. Es gab eigentlich niemanden in meinem Umfeld, der sich negativ dazu geäußert hat.“

Warst du nervös auf Menschen mit Behinderung zu treffen? Hattest du vorher schon Berührungspunkte?
Franci: „Ich war zwar an meinem ersten Tag ein wenig aufgeregt, aber nur, weil ich die Kinder noch nicht kannte, nicht, weil ich auch auf Kinder mit Behinderung treffe. Das ist für mich nichts Neues. Meine Cousine ist körperlich beeinträchtigt. Sie war übrigens auch im Stromboli.“

Dann kanntest du die Kita also schon – da ist die Aufregung dann nicht ganz so groß. Wie warst du denn in der Kita eingebunden und was waren deine Aufgaben?
Franci: „Ich durfte die Kinder in allem unterstützen – sei es beim Essen oder Lernen, aber auch das Wickeln, Toilettengänge und Zähne putzen gehören eben zu den Aufgaben.Bevor wir die Kita wegen Corona schließen mussten, durfte ich sogar einige Wochen die Pustegruppe übernehmen. Dass mir so viel Verantwortung übergeben und Vertrauen entgegengebracht wurde, hat mich schon stolz gemacht. Es hat sich nicht angefühlt als wäre ich „nur die Freiwillige“ – im Gegenteil, ich war einfach ein vollwertiges Teammitglied.“

Welche besonderen Ereignisse oder Erlebnisse hattest du? Und was gab es für Herausforderungen?
Franci: „Ich hatte so viele besondere Erlebnisse. Ein großes Highlight war auf jeden Fall mit anzusehen, wie die Kinder Fortschritte machen und sich weiterentwickeln. Man war ja selbst ein Teil davon, indem man sie immer motiviert und unterstützt hat. Außerdem war es für mich ein absolut tolles Gefühl, dass nicht nur ich den Kindern etwas beibringen konnte, sondern sie auch mir. Nicht nur Gebärden, sondern auch unendlich viel Geduld.  Eine Herausforderung war für mich in schwierigen Situationen richtig zu reagieren – wir haben zum Beispiel ein Kind in der Gruppe, das regelmäßig Anfälle bekommt.“

Wie hast du dich während deines Freiwilligendienstes betreut gefühlt?
Franci: „Ich habe mich durch meine Gruppe und vor allem durch meine Anleitung extrem gut betreut gefühlt. Meine Anleiterin war eine der wichtigsten Bezugsperson in dieser Zeit. Ich konnte mit allem zu ihr kommen, wenn ich Fragen hatte oder mal unsicher war. Sie hat mich stets motiviert, wenn mal etwas nicht so geklappt hatte, wie ich es wollte.

Was hast du für dich persönlich aus dem Einsatz mitgenommen?
Franci: „So unendlich viel –  auf jeden Fall sehr viel Geduld. Dass man die Dinge nicht immer so eng und streng sehen sollte. Dass man niemals aufgeben sollte, wenn es beim ersten Mal nicht klappt, versucht man es einfach nochmal. Das man sich nicht über so viele Kleinigkeiten beschweren soll, man sollte glücklich sein unter anderem ohne Probleme und Hilfsmittel laufen, sehen, sich bewegen, essen zu können – denn es gibt genug Menschen, die genau diese Dinge eben nicht können.“

Wir sind ziemlich stolz, dass wir dich in unserer Einrichtung halten können. Du machst danach dein Duales Studium bei uns. Kannst du sagen, warum du dich dafür entschieden hast und worauf du dich freust? 
Franci: „Ich finde diesen Studiengang einfach toll, da er die soziale Arbeit mit betriebswirtschaftlichen Aspekten verbindet. Man kann Menschen helfen, sie unterstützen und bekommt Einblicke in viele organisatorische Abläufe. Ich freue mich darauf, viele neue Erfahrungen zu sammeln, meinen Wissensstand zu erweitern und weiterhin Menschen mit Behinderung helfen zu können – als Teil der Reha-Südwest.

Was würdest du jemandem raten, der einen Freiwilligendienst machen möchte?
Franci: „Es lohnt sich auf jeden Fall. Lasst Euch nicht aus der Ruhe bringen, genießt dieses Jahr mit all seinen Erfahrungen, auch wenn es manchmal anstrengend sein kann – ihr dürft nur niemals aufgeben.“

Weitere Informationen:

Reha-Südwest Ostwürttemberg-Hohenlohe gGmbH

Saskia Schachner

Öffentlichkeitsarbeit

Tel. 07964 9004309, Fax 07964 9004900

E-Mail: saskia.schachner@reha-suedwest.de

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